Direkt zum Inhalt
Instrument verloren

Instrument vergessen - ein Kinderspiel?

Instrument vergessen - ein Kinderspiel?

Es ist nicht immer ein Kind, das ein Instrument unterwegs liegenlässt. Es war erst im November 2019, da hat ein britischer Geiger sein Instrument im Zug vergessen. Die Geige war jedoch nicht irgendein x-beliebiges Instrument aus dem Musikgeschäft, sondern eine stolze 310 Jahre alte Violine aus der Barockzeit. Das gute Stück war beinahe 300.000 Euro wert und wurde schon auf Konzerten von Andrea Bocelli und David Bowie gespielt. Nach dem flehentlichen Bitten des Musikers auf Twitter meldete sich der Finder und gab dem Eigentümer die Violine zurück.

Noch teurer war die Geige, die in einer Münchner U-Bahn liegengelassen wurde, nämlich rund eine Million Euro! Sie stammte aus Italien und war 1748 gebaut worden. Ihr Verlust machte ihrem Eigentümer so sehr zu schaffen, dass er sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Doch auch er hatte Glück im Unglück, Polizisten konnten die Geige finden und ihm wiedergeben.

Gegenstände gehen öfter verloren als man denkt: In der Deutschen Bahn werden jährlich rund 250.000 Gegenstände vergessen, das sind 650 pro Tag! Nur 60 % kommen zu ihrem Besitzer zurück. 2019 wurden beispielsweise in der Johann-Strauss-Stadt Wien unter anderem drei Gebisse, sieben Geigen, 35 Kinderwagen und ein Didgeridoo vergessen! Vor allem Letzteres ist mit seinen gut zwei Metern Länge eigentlich nur schwer zu übersehen. Es gibt eben nichts, was nicht verloren gehen kann. Zählen wir nur die Musikinstrumente, so wurden 2019 in Wien 104 Instrumente verloren. Übrigens ist nicht bekannt, ob die Besitzer der Gebisse diese abgeholt haben.

Oft genug sind leider auch Langfinger im Spiel: Eine wertvolle Stradivari wurde 1980 in Cambridge in Massachusetts dem Leiter des Konservatoriums aus dem Büro gestohlen. Erst nach vielen Jahren stellte sich heraus, dass der Täter ein Kollege war. Unglücklicherweise wurde die Geige nämlich erst nach dem Tod beider Musiker entdeckt und den Erben zurückgegeben, stolze 35 Jahre nach dem Diebstahl. Ihr ursprünglicher Besitzer hat sie nie wiedergesehen. Und das, obwohl er 101 Jahre alt wurde. Bedauerlich. Es gibt heute immer noch rund 20 gestohlene Stradivaris, deren Aufenthalt nicht bekannt ist.